Allem Anschein nach hat Herr Dr. Elmar Schreiber, unser kommissarischer Rektor, wenig Hoffnung, bei der nächsten Rektorwahl im AS punkten zu können. Denn er hat sich schon eine neue Herausforderung ausgesucht: die Hochschule Reutlingen.
Die waren nämlich ebenfalls auf der Suche nach einem neuen Rektor. Allerdings haben sie sich dann doch für einen der ihren entschieden.
Schade eigentlich, so ein Tapetenwechsel tut manchmal ganz gut. Oder vielleicht, hat sich in Herr Dr. Schreiber die Erkenntnis durchgesetzt, dass man nicht gegen eine Mehrheit von Studenten und Mitarbeitern eine Hochschule führen kann?







Terrorclowns verunsichern die Polizei. Sie werden vom Polizeisprecher Axel Falkenberg beschuldigt, die Polizisten mit einer chemischen Flüssigkeit, die sie mit ihren Plastikspritzpistolen verspritzten, verletzt zu haben. Ist die eigentlich friedliche Clown's Army vielleicht doch nur eine schnödeTerrorvereinigung?
Innenminister Wolfgang Schäuble hat sofort vorbeugende Maßnahmen getroffen. Er bereits die Räume des Circus Krone durchsuchen lassen. Das Innenminsterium hat Hinweise bekommen, dass sich dort Clowns aufhalten. Das Ministerium hat dort sofort von den roten Clownsnasen Geruchsproben entnehmen lassen.
Außerdem lässt das Innenministerium derzeit tausende Spielzeugläden auf den Kopf stellen. Man vermutet, dass sich die Spielzeugindustrie inzwischen auf die Seite der G8-Gegner geschlagen hat. Deswegen wolle man sicher gehen, dass die von den Terrorclowns so beliebten Spielzeugpistolen wirklich ungefährlich sind. Mitarbeiter des Innenministeriums stellten in 32898 deutschen Spielzeugläden 4576803 Wasserpistolen, 348759 Wasserpumpguns und 456823913 Liter Seifenblasenwasser sicher. Schäuble spricht von einem bedeutenden Schlag gegen den perfiden Terror.
Trotz der Untersuchungen des Schäubleressorts bleiben die G8-Gegner kreativ. Gegen Gummigeschosse, die die Polizei demnächst gegen sie einsetzen wollen, wollen sich die Protestler mit einem Anti-Gummigeschoss-Anzug schützen. Dieser ist eine Art überdimensionaler Taucheranzug, der aus einer 50 Zentimeter dicken Außenschicht besteht. Wird ein Träger dieses Anzugs von einem Gummigeschoss getroffen, prallt das Geschoss umgehend ab und fliegt dem Schützen des Geschosses an den Kopf. Da die Anzüge im kommunistischen Kuba produziert werden, sind der Regierung die Hände gebunden, bedauert der agile Terrorbekämpfer Schäuble. Aber man werde nichts unversucht lassen, dem perfiden Terrorismus endgültig das Handwerk zu legen.
Ich gebe es zu:
Neben mir sitzen ist anstregend. Die Gründe hierfür mögen diese sein: Ich bin unruhig, konzentriere mich nicht auf die Vorlesung, versuche in Gespräche zu verwickeln, lenke damit vom eigentlich Geschehen ab. Vielleicht mag der ein oder andere noch den ein oder anderen Grund mehr dafür finden, nicht neben mir sitzen zu wollen. Aber: Es gibt mit Sicherheit einen Grund der nicht als Argumentation greift. Körpergeruch. Täuscht mich meine eigene Nase nicht, ist mein Körpergeruch zumutbar.
Das als Einleitung.
Vor nicht gar nicht langer Zeit war letzt genanntes Argument leider obsolet. Denn - in meiner Gegenwart stank es. Mit jedem Tag wuchs die Gewissheit. Die Quelle des unangenehmen Gestanks war - ich. Schnell fand ich wiederum die Quelle des Gestanks heraus. Mein Rucksack war es. Aber was genau? Ich vermutete - und das ist wirklich wahr - das ich eine Rosine, überzogen mit Joghurt, in meinem Rucksack vergessen hatte. Und jedes Milchprodukt fängt nach gewisser Zeit an zu müffeln. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Mitnichten! Der Rucksack stank weiter - auch nach einer Nacht auf dem Balkon. Der Rucksack stank weiter - auch nach einer ausführlichen Parfümdusche.
Das als Hauptteil.
Nach vergeblichen Geruchsbeseitigungsversuchen stieß ich auf dank Kommissar Zufall auf die Geruchsquelle. In einer Seitentasche steckten drei gefärbte und hartgekochte Eier. Das Osterfest verbrachten mein Rucksack und ich in Hamburg. Der Osterhase schenkte uns Beiden drei gefärbte und hartgekochte Eier. Außerdem beschenkte mich der Osterhase mit ganz viel Vergesslichkeit. Denn zwischen Geschenk des Osterhasen und Widerentdeckung seines Geschenks lagen fast vier Wochen.
Das als Schluß.
Nun, die Eier sind fachgerecht entsorgt und damit der Geruch. Jetzt bleibt der Platz neben mir also wieder aus den üblichen Gründen frei.
...in der Straßenbahn:
Eine junge Frau (ich nenne sie Babysitterin) und eine etwa Zweijährige sitzen in der Bahn.
Babysitterin: Dunja, nein.
Dunja versucht, über die Rückenlehne zum anderen Sitz klettern.
Babysitterin: Dunja, das darfst du nicht.
Sie zieht Dunja vom Sitz runter. Dunja schreit.
Babysitterin: Nein, Dunja.
Dunja klettert über die Rückenlehne und setzt sich.
Babysitterin: Dunja, nein.
Eine alte Frau vom Nebensitz schaltet sich ein.
Die alte Frau zeigt nach vorne: Da, der Fahrer wird schimpfen.
Babysitterin: Ja, Dunja, das darfst du nicht.
Dunja schreit.
Die alte Frau lacht hilflos: Ja, Kinder...
Babysitterin: Ja, die haben kein Benehmen mehr, das glaube ich wirklich.
Hinter ihr klettert Dunja wieder auf den Sitzen rum.
Babysitterin: Die macht alles, was sie will. Ich war früher nicht so.
Die alte Frau lacht höflich.
Babysitterin: Aber was kann man machen? Schlagen darf man sie ja auch nicht, das ist ja auch schlecht.
Die alte Frau: Nee, hauen geht auch nicht.
Beide seufzen. Dunja klettert vom Sitz, die Babysitterin steigt mit ihr aus.
Und die Moral von der Geschicht: Kinder werden immer frecher und allen gehört eine Tracht Prügel verpasst.

Wer den Schnipsel von "Gegen die Wand" neulich im Medienethik-Seminar interessant fand, muss für den kompletten Streifen nicht mal mehr zum Verleiher bewegter Bilder seines Vertrauens gehen: Der NDR zeigt den Film jetzt umsonst und online. Ja, in einem Fenster, aber in einem großen.
edit: Vollbild geht auch - gewusst wie.
edit: Mittlerweile geht der Link ins Leere. Das Angebot sei aus rechtlichen Gründen vorübergehend offline genommen worden, schreibt der NDR auf Anfrage. "Wir hoffen aber, es sehr bald wieder anbieten zu können."
edit: Der Film ist wieder online.
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