Nachtrag hierzu:
Bei SpOn (seit gestern übrigens in Farbe und bunt - s. medienrauschen) werden einige vermeintlich offene Fragen der 9/11-Verschwörungstheoretiker beantwortet.
Die letzte Theorie, von der ich gelesen habe, ist allerdings nicht dabei: Die Flugzeuge seien nicht real, sondern virtuell gewesen und nachträglich in die Fernsehbilder kopiert worden. Der Urheber, der seine angeblichen "Bildbeweise" in der National-Zeitung bewarb und merkwürdigerweise auch in ZDF-Buchtipps auftaucht, sagte dem NDR allerdings auch mal, dass der Weihnachts-Tsunami das Ergebnis der Explosion einer jüdischen bzw. US-Atombombe gewesen sei - alles klar?
Zum 5. Jahrestag der Anschläge ein Programmtipp: Am Freitag strahlt die ARD um 0.00 Uhr die Dokumentation "11. September - Die letzten Stunden im World Trade Center" aus. Die Macher wollten eigentlich nur den Alltag eines jungen New Yorker Firefighters dokumentieren, als sie Zeugen der Angriffe wurden. Aus der ARD-Ankündigung (in der anscheinend das Datum nicht stimmt):
Einen Film wie diesen hat die Welt bisher nicht gesehen. In exklusiven und einmaligen Aufnahmen zeigt "11. September" die Innenperspektive einer Katastrophe - die Rettungsarbeiten der New Yorker Feuerwehrleute in den beiden Türmen des World Trade Centers. [...] Es sind weltweit die einzigen Bilddokumente aus dem Zentrum des Geschehens. [...] Gédéon und Jules Naudet haben das Grauen ohne Sensationsgier gefilmt. Brennende Menschen sind nicht zu sehen. Trotzdem zeigt die Dokumentation das ganze Ausmaß dieses Terroranschlags. Besonders eindringlich: die dumpfen Aufschläge der menschlichen Körper auf das Glasdach der Empfangshalle. Es sind jene Menschen, die in ihrer Not nur den einzigen Ausweg sahen, aus den brennenden Stockwerken in die Tiefe zu springen.
Die Wiederholung gibt's am Samstag um 0.15 Uhr im NDR.
Wie angekündigt, wenn auch spät:
SpOn berichtet über "Al-Qaidas deutsche Lautsprecher" - ein Blog der "Globalen Islamischen Medien-Front", das aus dem Arabischen übersetzte "Presseinformationen" enthält. Etwa, dass am Samstag, 12.08.2006, im 37. Gebiet neun "Kreuzdiener-Soldaten" durch einen Sprengsatz getötet und weitere verletzt worden seien, wofür aller Lob und Dank Allah gebühre.
Inzwischen zeigt der Google-Blog-Provider blogger.com eine Warnung, bevor man auf die Seite gimf-nachrichten.blogspot.com gelangt:
CONTENT WARNING: Some readers of this blog have contacted Google because they believe this blog's content is hateful. In general, Google does not review nor do we endorse the content of this or any blog.
Via Spindoktor, der anmerkt, mit dem Blog könne "die Polizei die geforderten Experten zur Übersetzung arabischer islamistischer Hasspropaganda schon mal ein Stück weit wieder einsparen, um dem Treiben auch eine positive Seite abzugewinnen".
Der Spreeblick hat gestern den Film "Loose Change" gestreift.
Das Teil kursiert seit geraumer Zeit im Internet, inzwischen auch mit deutschen Untertiteln.
Ganz grob der Inhalt: Die US-Regierung habe die Anschläge vom 11. September von langer Hand geplant.
Um das zu vermitteln, kommt der Film cool rüber, "ist im MTV-Stil aufbereitet, mit vielen Blenden, schnellen Schnitten und einem permanenten Musikbett". Tatsächlich ist das Video sehr gut gemacht, und wenn es vorbei ist, könnte man in Zeitungen relativ wohlwollend darüber schreiben, diese wohlwollenden Rezensionen anderer übernehmen, oder auch ein bisschen irritiert in seinem Blog berichten.
Oder man klickt nach dem Film nicht auf "Fenster schließen", sondern liest auch mal (beide via Schnipselfriedhof) ein paar Gegenstimmen. Oder guckt sich "Screw Loose Change" an, einen Gegenfilm mit entlarvendem Kommentar, und hört Spreeblick-Podcast. Und dann lacht man ein bisschen (via Schnipselfriedhof).
Der Spreeblick fasst's sehr gut zusammen:
Dieser Film ist ein Haufen von Lügen, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, überzeugend vorgetragenem Halbwissen, überheblichen Annahmen und hanebüchenen Schlüssen – kurz: Bullshit.
Wenn auch sehr gut gemachter Bullshit. Mir fiel dabei der Satz ein, mit dem mich mein Großvater immer von allem möglichen Mist überzeugen wollte: "Man muss nur die richtigen Bücher lesen."
Genau.
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