'SoNicht' (aus Rücksicht auf den Nutzer bleibt er hier anonym) hat am 16.9. einen Kommentar zum Blog-Beitrag 'Mindestlohn für Praktikanten' eingestellt. Darin beschreibt er eine bitter klingende Geschichte: Nach einem Magister-Abschluss sei er im Jahr 2002 mit der Aussicht auf eine Fest-Anstellung in ein sechsmonatiges unbezahltes Praktikum gelockt worden. Trotz guter Leistung habe man ihn anschließend nicht übernommen. Daraufhin habe er vor dem Arbeitsgericht Erfurt geklagt - aber verloren, weil das Unternehmen 'dreist alles abgestritten' hätte. Damit nicht genug: Nachträglich forderte das Arbeitsgericht auch noch 1400 Euro an Prozesskosten zurück - obwohl ihm doch Prozesskostenhilfe gewährt worden sei. Sein drastisches Fazit:
„Wer meint fleißige MA so behandeln zu können, gehört als asoziales Unternehmen ganz dringend an den Pranger gestellt.“
Gehört es wirklich? Und macht es wirklich keinen Sinn, vor Gericht zu ziehen, wenn das Praktikum sich in Wirklichkeit als getarnte Vollzeitsstelle enttarnt? Die 'andere Seite', so meine ich, sollte auch die Möglichkeit bekommen, ihre Sicht der Dinge zu schildern.
Sicherlich - die Situation ist schlimm: Praktikanten werden gar nicht oder nur mies bezahlt! Aber: Wer während des Praktikums die Augen offen hält und nicht nur über die Bezahlung lamentiert, kann auch witzige Entdeckungen machen. Eine wie diese.
Eine Bundestagsabgeordnete aus Hamburg erhielt einen Brief eines besorgten Bürgers.
Hier Ausschnitte daraus:
Warum geht kein Aufschrei durch Hamburg, wenn man lesen muss, dass 48 % aller Kinder unter 6 Jahre Ausländer oder Migranten sind?
...Wie wird diese Stadt in 20 Jahren aussehen? Da kann man nur vermuten. Die Hälfte der aller Jugendlichen in Hamburg wird wahrscheinlich
...Keinen Zugang und kein Interesse an deutscher Kultur haben
Wenig Interesse an Politik besitzen
...Integrationsunwillig sein
...Daher fordere ich:
Kein Kindergeld mehr für Familien mit mehr als 2 Kindern, weil fast nur noch Ausländer oder Migranten mehr als 2 Kinder bekommen.
Halbierung des Kindergeldes für Ausländer und Migranten. Dafür Verdopplung des Kindergeldes für DeutscheSicher sind diese Forderungen polarisierend formuliert. Aber wer eine Diskussion anstoßen will muss prägnant formulieren.
Ein Praktikum kann also auch unbezahlt viel Spaß machen und den Horizont erweitern.
Jörg Tauss, bildungspolitischer Sprecher der SPD, hat sich im Info-Radio öffentlich für einen Praktikanten-Mindestlohn ausgesprochen und gleichzeitig die Arbeitgeberverbände aufgefordert, zu dem Thema Stellung zu beziehen. Passagen aus dem Interview:
Krahe: Sie wollen einen Mindestlohn, der muss sein, und Sie wollen Praktika zeitlich begrenzen?
Tauss: Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass wir auch die Wirtschaft ins Boot bekommen wollen. Was mich sehr wundert, ist, dass der Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände sonst zu jedem Thema sofort Stellung nimmt, in dieser Frage nun fast schon verdächtig auffällig schweigt. Ich denke, hier sollten die seriösen Firmen, die anständige Praktika anbieten, sich auch endlich von denen, die die Situation ausnutzen, klar distanzieren, von sich aus sagen, wir wollen ein faires Praktikum, wir machen Angebote für die jungen Menschen, die bei uns tätig sind. In meinem Büro ist es übrigens selbstverständlich, dass jemand, der ein Praktikum absolviert oder der hier in anderer Form tätig ist, auch etwas bekommt. Diese Selbstverständlichkeit gibt es in der Wirtschaft leider nicht. Und wenn es nicht freiwillig erfolgt, in der Tat, dann ist der Gesetzgeber gefragt. Ich glaube auch nicht, dass es hier noch langer Untersuchungen bedarf. Die Situation liegt klar auf der Hand, liegt auf dem Tisch sozusagen, und die Wirtschaft und die Politik sind aufgefordert, hier zu handeln.
Warum diese Forderung? Bisher ist in Deutschland weder tariflich noch gesetzlich geregelt, was Praktikant verdienen sollen. Zwar hat, wer hauptsächlich reguläre Tätigkeiten ausübt, gute Chancen, seinen Lohn einzuklagen – einen 'vorbeugenden' Schutz vor Ausbeutung gibt es aber nicht.
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